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30.03.2010
Wirtschaft vergibt nun „Ohne Gentechnik“-SiegelDas bundesweit einheitliche Logo «Ohne Gentechnik» wird künftig von der Ernährungswirtschaft vergeben. 31 Unternehmen und Verbände der Lebensmittelindustrie gründeten am 23. März in Berlin einen entsprechenden Verband, der die Nutzungsrechte von der Bundesregierung übernimmt. Zu den Gründungsmitgliedern des Verbandes zählen Firmen aus den verschiedensten Branchen der Lebensmittelkette - von Erzeugern bis zu Einzelhandelsunternehmen.Der "Verband Lebensmittel ohne Gentechnik e.V." soll fortan das "Ohne Gentechnik"-Siegel vergeben, das im August 2009 auf Initiative von Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. "Der Verein ist künftig für die Vergabe und die Verwaltung des Logos zuständig", erklärte Aigner. Die Einführung des Siegels war bislang nur sehr schleppend angelaufen. Die Gründung des Vereins hatte sich lange hingezogen, bislang war daher noch das Verbraucherschutzministerium für das Siegel zuständig. Durch die Gründung des Vereins soll die freiwillige Kennzeichnung nun mehr Verbreitung finden. Die grüne Raute mit dreiblättriger Pflanze und der weißen Aufschrift "Ohne Gentechnik" ist für Produkte vorgesehen, die garantiert ohne jede Spur von Gentechnik hergestellt wurden. So sind nicht nur Bestandteile aus gentechnisch veränderten Pflanzen in Lebensmitteln nicht erlaubt. Auch zufällige oder technisch unvermeidbare Beimischungen von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) werden nicht toleriert. Das Siegel soll eine Lücke in den bisherigen Kennzeichnungspflichten schließen. Bislang müssen Nahrungshersteller nur angeben, wenn gentechnisch veränderte Zutaten in Lebensmitteln enthalten sind. Tierische Produkte wie Milch von Kühen oder Eier von Hühnern, die gentechnisch verändertes Futter erhalten, fallen jedoch nicht unter diese Regelung. Das freiwillige "Ohne Gentechnik"-Siegel soll der Industrie die Möglichkeit geben, hier Klarheit für die Verbraucher schaffen. Viele Verbraucherschützer wollen allerdings einen verpflichtenden Hinweis auf die Verwendung von Gentechnik, was bislang jedoch von der EU blockiert wird. Aigner versicherte, die Bundesregierung wolle in Brüssel mit der Forderung nach einer „Positiv-Kennzeichnung“ erneut vorstellig werden. Vor diesem Hintergrund bleibe es zunächst bei der freiwilligen „negativen“-Kennzeichnungsregelung auf nationaler Ebene. Mit dem Zeichen werde den Verbrauchern die Möglichkeit gegeben, sich bewusst für gentechnikfreie Lebensmittel zu entscheiden, sagte die Bundesministerin. Auch die SPD-Bundestagsfraktion begrüßte die Initiative. Widerspruch regte sich bei der FDP. "Es ist eine grobe Irreführung, wenn den Bürgern durch eine solche Kennzeichnung eingeredet wird, dass in Lebensmitteln generell auf Gentechnik verzichtet werden könne", erklärte die Ernährungsexpertin der FDP-Bundestagsfraktion, Christel Happach-Kasan. Quelle: biotechnologie.de
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