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3. FUGATO-Statusseminar 2011

FUGATO Statusseminar Gruppenfoto

(ws, lb) Am 9. und 10. Februar 2011 fand das 3. FUGATO-Statusseminar in Kassel-Wilhelmshöhe statt. 140 Vertreter aus Wissenschaft und Wirtschaft fanden den Weg nach Kassel-Wilhelmshöhe, um sich 2 Tage über die neuesten Forschungsergebnisse aus den FUGATO-plus Projekten zu informieren und auszutauschen.

Dr. Claudia Herok

Dr. Claudia Herok

Vorgestellt wurden 10 Verbundprojekte der Fördermaßnahme Fugato-plus des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) aus den Bereichen der funktionellen Genomanalyse im tierischen Organismus. FUGATO-plus baut auf der erfolgreichen Forschungs- und Fördermaßnahme FUGATO auf und hebt diese Forschung auf eine neue qualitative und quantitative Ebene in den Bereichen Qualität tierischer Nahrungsmittel, Tiergesundheit und Tierschutz. Gefördert werden neben den Verbundprojekten auch fünf sogenannte Nachwuchsprojekte, die über eine Laufzeit von fünf Jahren jungen Nachwuchswissenschaftlern die Möglichkeit eröffnen, sich eigenständig im Rahmen eines kleinen Teams in der Forschung zu etablieren und ein Netzwerk aufzubauen. In ca. 30-minütigen Vorträgen und in Posterpräsentationen wurden die Fortschritte der Verbundprojekte vorgestellt und vor allem praxisrelevante Ergebnisse der angewandten Forschung in der Tierzucht mit den Vertretern der Wirtschaft diskutiert.

 

Eröffnet wurde die Veranstaltung durch eine Begrüßung von Frau Dr. Herok vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF, Referat 613, Bioökonomie). In ihren Grußworten wies Frau Dr. Herok auf die Umstrukturierung im BMBF hin und stellte in Ansätzen die neue Forschungsstrategie der Bundesregierung, die Bioökonomie vor. Des Weiteren verwies sie auf das Engagement des BMBF im europäischen Kontext. Interessierte Wissenschaftler und Wirtschaftspartner können sich an der derzeitigen ERA-net-Ausschreibung EMIDA beteiligen. In diesem Förderschwerpunkt sollen gemeinsam mit anderen europäischen Partnern Projekte bearbeitet werden. Im Vordergrund steht die Erforschung von Infektionskrankheiten beim Nutztier und in der Aquakultur, aber auch die Klärung von Fragestellungen zur Resistenzbildung gegenüber Krankheitserregern. Die Forschungsergebnisse sollen unter anderem zur Entwicklung von effektiven und kostengünstigen Methoden zur Überwachung von bereits bekannten, aber auch neu auftretenden Nutztierkrankheiten führen.

 


Herr Dr. Ingwersen vom Industrieverbund FUGATO e. V. (IVF) begrüßte die Teilnehmer und blickte nun, zum Ende von FUGATO, noch einmal auf die Fördermaßnahme aus Sicht der Wirtschaft zurück. Es zeigte sich, dass in einigen Projekten, die unter Beteiligung von Wirtschaftspartnern durchgeführt worden sind, Hilfestellungen und Lösungsmöglichkeiten für die praktische Tierzucht entwickelt worden sind. Herr Dr. Ingwersen betont, dass nach wie vor ein großes Interesse seitens der Wirtschaft besteht, sich an Forschungsprojekten zu beteiligen. 


Henri Woelders

Henri Woelders

Den ersten Gastvortrag hielt Dr. Henri Woelders, Wageningen UR Livestock Research, Lelystad/NL, zum Thema Systembiologie in der Nutztierwissenschaft. Aus seiner Sicht sollte es das Ziel der Nutztierwissenschaften sein, komplexe Merkmale besser zu verstehen und die Lücke zwischen dem Wissen über den Phänotypen und den Informationen zum Genotyp zu schließen. Da die biologisch-technischen Möglichkeiten im Bereich der Forschung beim Tier im Gegensatz zu anderen Bereichen wie der Pflanze oder der Medizin recht beschränkt seien, können sog. Biomarker ein hilfreiches Instrument sein, um Vorgänge im Tier besser beschreiben zu können.


Die Veranstaltung setzte sich nach diesem Auftakt mit den wissenschaftlichen Präsentationen von zwei Nachwuchsprojekten und vier Verbundprojekten fort. Die Postersession im Anschluss bei Bier und Snacks leitete über zu dem geselligen Abend, der bei gutem Essen und angeregten Diskussionen erst spät in der Nacht ausklang.

 

Der zweite Tag wurde eingeleitet durch einen Gastvortrag von Prof. Dr. Henner Simianer, Georg-August-Universität Göttingen, Department für Nutztierwissenschaften. Prof. Simianer berichtete über die genomische Selektion in der Pflanzen- und Tierzüchtung. Zu Beginn wies er darauf hin, dass Nutzpflanzen in der Biologie und Genetik um ein vielfaches variabler seien als Nutztiere. Dies beeinflusse die Forschung und praktische Anwendung maßgeblich. Allerdings gäbe es auch Gemeinsamkeiten, wie das durch das BMBF geförderte Kompetenznetz Synbreed zeige. In diesem Projekt werden Fragestellungen zum genetischen Hintergund bei Mais, Rind und Huhn gemeinsam bearbeitet.

 


Fugato Statusseminar

Fugato Statusseminar

Es folgten die Präsentationen von drei Nachwuchsgruppen und sechs Verbundprojekten, die sich u.a. mit genomischen, transkriptomischen und metabolomischen Fragen der Reproduktion und Gesundheit bei Rind, Schaf, Schwein, Pferd, Biene und Hummel befassen.

 

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass diese Projekte, die teilweise auf den FUGATO-Projekten der ersten Förderphase basieren, durchweg interessante Forschungsergebnisse und erfolgversprechende praxisrelevante Aspekte bieten. In einigen Projekten wurden die Forschungsergebnisse in Zusammenarbeit mit Wirtschaftspartnern bis zur Praxisreife weiter entwickelt und gehen bereits in die Phase der Vermarktung. Doch nicht nur dies ist ein Indiz für den Erfolg von FUGATO. Während dieses Seminars wurde wieder einmal deutlich, dass innerhalb der letzten sieben Jahre wissenschaftliche und wirtschaftliche Partnerschaften entstanden sind und sich ein Netzwerk gebildet hat, dass hoffentlich auch über den Rahmen von FUGATO hinaus dauerhaften Bestand haben wird.


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EMIDA ERA-Net
Informationen zur ERA-Net Initiative EMIDA im Bereich Tiergesundheit finden Sie auf der Webseite http://www.emida-era.net/

BMBF
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Projektträger Jülich
Der Projektträger Jülich (PtJ) führt für verschiedene Auftraggeber das Projektmanagement von Förderprogrammen und Förderschwerpunkten durch, ist Nationale Kontaktstelle für bestimmte Forschungs- und Technologieförder- programme der EU und betreut Aktivitäten bei der bilateralen internationalen Kooperation und bei der Internationalen Energieagentur.

AGENAE
In Frankreich existiert ein zu FUGATO vergleichbares Förderprogramm AGENAE (Analyse des GENomes des Aimaux d`Elevage). >>>